VORSPANN. - Als ich vor einem Jahr begann, dieses Blog zu schreiben, war es meine erklärte Absicht, damit einen Blick hinter die Kulissen von "the Dining Room" anzubieten, quasi als eine Art Fortsetzung meines Buches. Diese Überlegung gilt wohl im besonderen für das nun folgende Posting. Es handelt von meiner tiefen Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Platz, einem Haus, einer Familie. Diese Sehnsucht ist allerdings auch ein entscheidender Antrieb für meine Arbeit, meinem Streben, das Lebensgefühl der mediterranen Welt in Küche und Ambiente so authentisch wie möglich zu kommunizieren. Deshalb hat diese persönliche Story hier wohl auch ihre Berechtigung.
Wie einige meiner lieben Gäste, die zwischen den Gängen oder nach dem Dessert gerne ein wenig plaudern, bereits wissen, habe ich vergangenen Mai drei ungemein beglückende Wochen in Italien verbracht. Eine berührende Wiederkehr, ein Wiederfinden sehnsüchtig vermisster Kraftquellen in nunmehr anderem Licht, inspirierende Begegnungen - und doch in der Hauptsache eine Reise zu mir selbst. Verwoben mit diesem seltenen Glücksfall an perfektem Einklang waren drei kulinarische Entdeckungen, die ich zu meinen schönsten bisher zähle. Jede für sich anders, die eine davon eigentlich noch - oder schon wieder - in Österreich, aber von Italien nur durch einen steilen, engkurvigen Pass getrennt. Davon jedoch später. Heute möchte ich Sie, liebe Leser, gedanklich in die südliche Toskana mitnehmen, dorthin nämlich, von wo das Rezept der (von mir nun so benannten) "Sant' Angelo Torte" stammt: nach Sant' Angelo in Colle, 8 km südlich des Brunello-Wallfahrtsortes Montalcino.
Alle Texte/all texts - falls nicht anders vermerkt/if not indicated otherwise - copyright 2007-2011 by Angelika Apfelthaler, A-1130 Wien/Vienna, Austria, alle Rechte vorbehalten/all rights reserved