Wenn ich ein neues Menü kreiere, ist das manchmal ein langwieriger Prozess und beschäftigt mich über Tage hinweg (und verfolgt mich manchmal sogar bis in die Träume ;-). Natürlich ist es mein Ehrgeiz, neben meinen Klassikern immer wieder Neues, Spannendes zu bieten.
Grandits' Kreationen sind zumeist problemlos 1:1 nachkochbar, aber diesmal bin ich fast gescheitert. Gott sei Dank hatte ich den ersten Probelauf schon vorab gestartet, der allerdings mißlang - beim Backen lief massenweise Butter aus den Crackern und das Endergebnis war einfach nur zäh. Am "Premiere-Tag" dieses Dinner-Menüs wagte ich dann nochmals einen Versuch, wobei ich allerdings als "Reserve" alle Zutaten für meine altbewährten Blätterteig-Knusperstangerln im Kühlschrank hatte. Doch da gelang es schon viel besser - und bei jedem weitern Versuch reduzierte ich dann die Butter noch mehr. Das Endergebnis war dann letztendlich wirklich zum Niederknien!
Hier nun meine Variation des Rezeptes für alle, die gerne etwas zum Knuspern haben - und vielleicht in Kauf nehmen, dass es vielleicht nicht auf Anhieb gelingt, ein Rezept zum Experimentieren also!
Pinien-Rosmarin-Chips
für 16 Stück
- 70 g Butter
- 30 g Universalmehl
- 2 große Eiweiss (ca. 70 g)
- 1 EL Rosmarinnadeln grob gehackt
- 2 EL Pinienkerne ganz
Die Butter vorsichtig in einem Topf auf kleinster Flamme schmelzen. Das Mehl hinzufügen und mit dem Schneebesen glattrühren, den Topf vom Herd nehmen. Die Butter-Mehl-Mischung kurz überkühlen lassen, dann mit den beiden Eiweiss glattrühen und zuletzt den Rosmarin beifügen. Die Mischung miithilfe eines Schabers in eine kleine Schüssel umfüllen und etwa 15 Minuten kühl stellen. Falls dies länger der Fall sein sollte, die Masse unbedingt vor der Weiterverarbeitung wieder Raumtempertur annehmen lassen.
Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
2 Backgitter mit Backpapier auslegen. Mithilfe eines kleinen Löffels auf jedes Backpapier im entsprechenden Abstand 8 Häufchen der Masse setzen. Mit 2 x 8 Häufchen sollte die Masse aufgebraucht sein. Dann mithilfe eines Kunststoff-Backpinsels die Häufchen zu länglichen, möglichst dünnen Chips verstreichen. Hinweis: meine ersten Versuche waren kreisförmig, in länglicher Form lassen sich die Chips aber viel dünner ausstreichen. Dann die Chips noch vorsichtig mit den Pinienkernen bestreuen.
Ein wie beschrieben bestücktes Backgitter (das andere kann ohne Probleme warten) in den vorgeheizten Ofen schieben. Der Backvorgang dauert etwa 15 Minuten, entscheidend ist jedoch, dass die Chips schön gebräunt und kross sind und dabei beginnen, sich leicht vom Backpapier abzuheben. Ideal ist, wenn man sie zwei bis drei Minuten vor dem Herausnehmen noch vorsichtig mithilfe einer Zange umdreht. Anschließend genauso mit dem zweiten Backblech verfahren.
Die fertig gebackenen Chips können einige Stunden auf Küchenkrepp gebettet an einem trockenen Ort (nicht im Kühlschrank!) gelagert werden, bevor sie - wie in meinem Fall gemeinsam mit Fisch und Püree - ihren Auftritt haben ;-) Dann erst mit Maldon Sea Salt oder Fleur de Sel bestreuen.
Viel Freude beim Experimentieren!
Ihre Angelika Apfelthaler

Deine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt - die Cracker müssen ein ganz besonderes Geschmackserlebnis sein, klasse!
Ich habe bei einem Kochkurs mal gelernt, dass man die Crackermasse sehr dünn bekommt, wenn man dickere Kunststoff-Folie als Schablone benutzt. In die ausgeschnittenen "Löcher" wird die Teigmasse mit einem Schaber oder Spatel hauchdünn eingestrichen. So kann man relativ schnell arbeiten.
Liebe Grüße aus dem verregneten Bayerischen Wald!
Posted by: Petra | 06/13/2012 at 08:15 AM