Die verschiedensten Spielarten von "Gewürzzucker" sind einer meiner Spleens - oder nennen wir sie ein Charakteristikum meiner persönlichen Küchenstilistik. Zucker konserviert - ebenso wie Salz - fabelhaft Aromen, macht haltbar und kann vielen Gerichten auch noch durch zusätzliches Karamellisieren eine ganz neue Dimension verleihen. Genauso wie es die berühmte Prise Salz ausmacht, kann auch die Prise - aromatisierten - Zuckers vielen Zutaten das gewisse Etwas verleihen. Stichwort: spannende Aromenküche!
Mithilfe einer Küchenmaschine (Messereinsatz) lassen sich Kräuter und Gewürze sehr einfach mit Kristallzucker mixen. Besonders empfehlenswert ist auch die Herstellung von Zitronen- und Orangenzucker, in dem Fall reibe ich die jeweilige Zitrusschale mit meiner geliebten Microplane-Reibe fein ab und vermische sie dann erst mit dem Zucker. Das Verhältnis ist dem Gefühl überlassen, allgemein gesprochen sollte das Ergebnis noch immer "kristallin" sein, damit der Zucker streubar bleibt - das vor allem dann, wenn sie ihn zum Karamellsieren verwenden wollen, wie etwas beim unten angeführten Rezept. Ansonsten ist es auch keine Problem, wenn sich der Zucker im Laufe der Zeit verflüssigt.
In meiner Gewürzlade finden sich etwa Lavendelzucker (zu Pfirsich, Marille...!), Rosmarinzucker (genial im Apfelkuchen!), Lorbeerzucker (Birne!), Ingwerzucker (für den exotischen Toch!) und viele mehr - aber in jedem Fall Zitronen- und Orangenzucker. Das schrägste auf diesem Gebiet ist aber der rötlich schimmernde Inhalt eines großen Glases, das ich (wie übrigens auch den Ingwerzucker) im Kühlschrank aufbewahre: es ist Chilizucker!
Auf die Idee verfiel ich, als einmal eine Menge roter Chili-Schoten im Kühlschrank lagerte - vielleicht haben Sie ja auch schon selbst die Erfahrung gemacht, dass diese schnell runzelig und sogar schimmelig werden. Also mixte ich sie (die Kerne und Scheidewände zuerst geduldig entfernt) kurzerhand unter Verwendung der Küchenmaschine mit Kristallzucker. Seither möchte ich diese Gewürzzutat nicht mehr missen, denn sie ist vielfältigst einsetzbar. Und wenn man es genau betrachtet, ist Chili und Zucker auch absolut kein Widerspruch: in der asiatischen (etwa Thai-) Küche wird Schärfe immer mit Süße ausbalanciert.
Hier nun ein Rezept - zwar nicht mit Chili-, sondern Zitronenzucker -, das vor kurzem auf meinem FB-Account für Furore gesorgt hat. Aber ich würde meinen, daß auch die Kombination von Erdbeeren mit Chili einen Versuch wert wäre. Jedenfalls Chili-Himbeeren habe ich vor einem Jahr bereits mit Erfolg als pikante Zutat zu Ziegenkäse offeriert. - Viel Spaß beim Kombinieren!
Zitronen-Erdbeer-Minis
Rezept für 18 Küchleins (d.h. wenn Sie die Masse verdoppeln, können Sie 3 Muffin-Bleche befüllen - und einen kleinen TL-Vorrat anlegen; das Rezept basiert übrigens auf dem gleichen Prinzip wie der "Apfel-Kardamom-Kuchen"
- 18 (nicht zu kleine) Erdbeeren, frisch oder TK
- 1 große Bio-Zitrone, Saft und fein geriebene Schale
- 2 große Eier, ganz
- 180 g Feinkristallzucker
- 2 EL selbst hergestellter Zitronenzucker (Zitronenschale plus Kristallzucker)
- 80 ml Olivenöl (extra vergine)
- 1 EL Olivenöl extra zum Bepinseln
- 80 ml Milch
- 200 g Universalmehl
- 2 TL (8 g = 1/2 Päckchen) Backpulver
In einer Schüssel die ganzen Eier mit dem Kristallzucker sowie der fein abgeriebenen Zitronenschale und -saft weißcremig aufschlagen. Milch und Olivenöl verquirlen und langsam, unter fortwährendem Schlagen mit dem Handmixer, unter die Ei-Zucker-Mischung mischen.
In einer zweiten Schüssel Mehl und Backpulver vermengen und dann zu den feuchten Zutaten sieben. Ab nun nicht mehr mit dem Handmixer arbeiten, sondern alles mit einem Teibschaber vermengen, bis das Mehl gut durchfeuchtet ist, kleinere Klümpchen spielen keine Rolle. Zuletzt die gesäuerten Apfelscheibchen unterheben.
Die Ausnehmungen von 2 Muffinformen-Tablets mit (18) Papierförmchen auslegen und die Masse mit Hilfe zweier Löffel gleichmäßig aufteilen. Je 1 Erdbeere in die Mitte jedes Küchleins drücken und diese nun mit dem Zitronenzucker bestreuen.
Die Küchleins im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten bei 160 Grad Umluft (somit auf mehreren Ebenen möglich) backen. Etwa 10 Minuten vor Ende der Backzeit die (inzwischen fest gewordene) Kuchenoberfläche mit dem restlichen Olivenöl bepinseln, womit am Ende im Zusammenwirken mit dem aufgestreuten Zitronenzucker ein knuspriges, karmellisiertes Ergebnis entsteht.
Hinweis: Diese Küchleins lassen sich wunderbar einfrieren. Vor dem Auftauen kann man übrigens die Papierförmchen ganz leicht entfernen. Lassen sich auch gut aufbacken und schmecken dann wie frisch.
Viel Freude mit dieser kleinen, süßen Verführung wünscht Ihnen
Ihre Angelika Apfelthaler

Das sieht soo lecker aus! sehr inspirierende beiträge. wenn du auch gute ideen bei sandwiches hast, wüsste ich da was: auf facebook (bei ölz) kann man mit seinem sandwich-rezept eine new-york-reise gewinnen. nur so als tipp, ich glaube, mit deinem kreativen zugang zu essen hast du da gute chancen :)) alles liebe, susi
Posted by: Susi | 05/21/2012 at 03:36 PM