Irgendwie ist das 1. Quartal 2012 nicht nur viel zu schnell, sondern auch nicht so seidenweich wie ursprünglich angenommen verlaufen. Ja, viele, viele Reservierungen und g'steckt volle Dinner Nights, aber das subsumiere ich ja sehr wohl unter "the sunny side of the street". Ganz zu schweigen von dem vielen herzerwärmenden Feedback, für das ich wirklich dankbar bin - und das mich immer wieder zutiefst berührt.
Belastet und in Atem gehalten hat mich nicht nur die schon länger andauernde chronische Erkrankung meines geliebten Gino, bekannt als "Restauranthund im zweiten Bildungsweg", sondern auch seine Notoperation im Februar - warum musste er auch einen Lärchenzapfen schlucken, um ihn vor mir zu verstecken. Das passiert, wenn man zu mitternächtlicher Stunde, nach getaner Arbeit, noch kurz in den Garten hinausläuft...
Manchmal steht man sich aber wiederum auch selbst im Weg, mir zumindest geht das vor allem im ausgehenden Winter, wenn alles mehr Kraft zu kosten scheint, immer wieder so. Und ich bin eine Pitzlerin, kann manches auch nicht so aus dem Ärmel schütteln wie manche vielleicht glauben, muss Texte x-fach überarbeiten, bin mit den Fotos nicht immer ganz zufrieden, verwerfe, - und so kam es, dass die Zeit verflog, ohne dass hier ein neues Posting erschien. Aber jetzt - mit meiner neuen Fotokamera (sowie selbstverständlich dank dem besseren Licht) ist auch die Motivation wieder ungleich größer, die Kamera als Küchenutensil zuzulassen! - Soweit also zur längeren "radio silence" an dieser Stelle.
Vor einigen Tagen habe ich vernommen, dass jemand meinte, meine Rezepte seien alle selbst erfunden. So stimmt das natürlich nicht. Ich lasse mich sehr wohl (gezielt) immer wieder von Büchern vereinnahmen, wenn es auch zugegenermaßen nicht immer die exakte Anleitung ist, sondern vielmehr die Kombination von Aromen, die mich interessiert - und inspiriert. Je mehr man kocht, desto mehr wandelt man Rezepte um und ab - und verwendet immer wieder bewährte "Signatures" und Grundrezepte im neuen Gewand. Kochen ist aus meiner Sicht - auch - die Kunst der Variation. So geschehen anläßlich meiner Überlegungen zum Dinnerthema "Zu Gast in Sant' Agata". Ich wollte so etwas wie einen Parmesan-Mascarpone-Flan - und da fiel mir die Sant' Angelo Torte ein. Ein schon bewährtes Rezept wurde also variiert, aus Süßem wurde Salziges, und ich lasse Sie hier gerne am Ergebnis teilhaben:
Mascarpone-Parmesan-Flans
Masse für 16 Stück/Vorspeisen-Portionen; Vorgangsweise angelehnt an das Rezept der "Sant'Angelo Torte";
die einzelen Flans lassen sich auch hervorragend einfrieren und dann kurz vor dem Servieren aufbacken!
Knusperboden:
- 250 g Zwieback, Knäckebrot od ähnl.
- ca. 100 g kalte Butter
- ein paar Tropfen trockener Weißwein
Flan-Masse:
- 5 ganze Eier
- etwa 1 TL getrocknete mediterrane Kräuter nach Belieben
- Piment d' Espelette od. ähnl., je nach gewünschem Schärfegrad
- 1/2 TL Salz
- großzügig frisch (nicht zu fein) gemahlener schwarzer Pfeffer
- 350 g Frischkäse (Philadelphia classic)
- 250 g Ricotta
- 500 g Mascarpone (Tipp: von Kärnter Milch)
- 8 gehäufte EL frisch geriebener Grana oder Parmesan, plus 2 EL zum Bestreuen
- 1 EL Olivenöl zum Beträufeln
Außerdem:
16 ofenfeste Ringe (Durchmesser etwa 7,5 cm, Höhe etwas 5,5 cm)
Olivenöl zum Befetten, Mehl zum Bestäuben
Zubereitung:
Den Zwieback (od.ähnl.) in der Küchenmaschine mit dem Messereinsatz fein zerbröseln. Dann erst die Butter mittels der "Pulse"-Funktion einarbeiten. Den Wein hinzufügen und alles gut vermengen Die Mischung sollte nun leicht zusammenpacken, aber bei weitem nicht homogen, sondern noch immer bröselig sein.
Die Ringe innen sorgfältig mit Olivenöl bepinseln und mit Mehl bestäuben. Ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen und die Ringe darauf setzen. Die Bröselmasse auf die Ringe verteilen und (etwa mit Hilfe eines Wasserglas-Bodens mit passendem Durchmesser) so fest pressen, dass sie in jedem Ring einen dichten Boden bildet.
Für die Fülllung die Eier mit den Gewürzen mit Hilfe des Handmixers weißschaumig aufschlagen. Den Frischkäse untermengen, bis die Masse glatt ist, dann erst den Ricotta und den Mascrarpone glatt untermixen. Zum Schluß den Parmesan unterheben. Die Flanmasse auf die entsprechend vorbereiten Ringe verteilen und jede Portion mit etwas Parmesan bestreuen und dem Olivenöl beträufeln.
Das Backblech mit den befüllen Ringen in den vorgeheizten Ofen (180 Grad, Ober-/Unterhitze) schieben und die Flans 30 Minuten backen.
Wichtig ist, dass nach Ende der Backzeit die Flans mittels eines scharfen Messers sofort aus den Ringen gelöst werden. Dazu einen Gitterrost ebenfalls mit Backpapier auslegen, darauf die fertigen Flans stürzen (siehe Fotos) und auskühlen lassen.
Vor dem Servieren die Flans bei etwas 120 Grad Umluft im Ofen erwärmen.
Diese Flans sind eine optimale "Unterlage" zum Beträufeln von echt hochwertigem Balsamico. Eventuell einen mit Liebe marinierten Salat dazu anrichten und alles dekorativ mit Basilikumöl vollenden!
PS: Sicherlich ist es auch möglich, anstatt der einzelnen Flans eine ganze "Torte" zu backen - siehe Vorangsweise bei der süßen Variante. Nach dem Auskühlen die Torte dann einfach mit Hilfe eines Sägemessers (besser noch eines elektrischen Messers) in einzelne Portionsstücke schneiden!
Herzliche Grüße und ich freue mich auf Ihr Feedback,
Ihre Angelika Apfelthaler

Ich freue mich ja immer, wenn ich mich auf meine Art und Weise (oft abends nach dem Büro auf die schnellere Art) von Ihren Rezepten inspirieren lassen kann. Aber, dass es Gino gar nicht so gut geht, macht mich traurig. Geben Sie ihm von mir ein paar Streicheleinheiten und er soll doch bitte lieber Ihr leckeres Rosmarinbrot fressen und keine Lärchenzapfen!!! Gino - alles Gute!
Posted by: A Facebook User | 04/19/2012 at 09:47 PM
Da die ursprüngl. Torte so fantastisch schmeckt, musste ich natürlich auch die pikante Variante ausprobieren. Sie steht der süßen um nichts nach!! Ich hab in 2 Springformen mit je 18cm 1 kl. süße und 1 kl. salzige Torte gebacken. Nicht zu früh anschneiden, bei mir wars noch nicht ganz fest (ist das so? oder soll sie länger im Rohr bleiben?), aber der Geschmack ist trotzdem toll, lg, Friederike
Posted by: Friederike | 05/04/2012 at 08:30 PM
Danke, liebe Frau Wirkner-Jenic, derzeit ist alles unter Kontrolle, aber wir haben inzwischen auch hier in Italien schon eine "Clinica Veterinaria" von innen kennen gelernt. Jetzt ist wieder alles im grünen Bereich, hoffentlich auf länger, liebe Grüße, Angelika und Gino A.
Liebe Friederike, das freut mich zu lesen! Ja, nicht zu früh anschneiden, im beinahe kalten Zustand ist die Torte bei mir (vorsichtig behandelt) schnittfest. Eine weichere Konsistenz ist aber sicher kein Fehler, solange sie sich (mit einem elektrischen Messer) schön aufschneiden lässt. Danke vielmals für Ihr nettes Feedback, darüber freue ich mich immer ungemein! Liebe Grüße, derzeit aus Italien, Ihre Angelika Apfelthaler
Posted by: Angelika Apfelthaler | 05/05/2012 at 03:45 PM