Klar, ein "Like" auf Facebook ist schnell gemacht (im Gegensatz zu einem Blog-Kommentar). Und trotzdem hab ich dieser Tage nicht schlecht gestaunt, als ich ein lichttechnisch nicht wirklich ideales Foto eines (frisch gebackenen) Apfelkuchens postete - und annähernd 50 Likes eintrafen. Und gerne bekommt das Rezept hier einen Eintrag, denn das hab ich ja immerhin sowieso schon länger vor.
Ich bin eine, die geradezu fanatisch ausmistet. Ausmisten verschafft mir ein Gefühl der Leichtigkeit und der Konzentration auf das Wesentliche. Im Grund genommen möchte ich nur (mehr) von Sachen umgeben sein, die mir wichtig sind, die mir etwas bedeuten, mich an etwas (Schönes) erinnern, die ich wirklich benötige, die ich mitnehmen würde, wenn ich woanders hinziehen sollte. Und beinahe zu meiner eigenen Überraschung hat dieses Gefühl des "Sich-trennen-könnens" vor einigen Monaten (es war im Zuge des Umbaus für das neue Genussatelier) sogar meine Kochbuchsammlung erfasst. Ich habe ziemlich radikal aussortiert, was aus heutiger Sicht nicht oder nicht mehr von Bedeutung für mich ist. Der schwere Inhalt zweier großer Kisten ging an zwei enge Freundinnen, begnadete Köchinnen, die sich offensichtlich riesig freuten. Und der Clou an der Sache? Seither kaufe ich mehr Kochbücher denn je.
So, heute ein in jeder Hinsicht schnelles, aber wundervolles Rezept und ohne viel Blabla - sonst ist die Saison für die Pfirsiche auch schon um. Sollten Sie, so wie ich, diese Woche noch ein paar dieser perfekten, von Gelb über Orange bis hin ins Violett changierenden schönsten aller Früchte in die Hand bekommen (und vor allem auch solche, deren Kern praktisch von alleine herausfällt - "Kerngeher", sagt man das so?), dann sei Ihnen dieses Rezept sehr ans Herz gelegt! - Ein norditalienischer Klassiker, der auch in meiner privaten Küche schon vor Jahren eine gute Figur gemacht hat.... (gut, dass ich damals das Rezept notiert habe). Meine Gäste gestern waren damit rundum glücklich!
Wo läuft die Zeit hin - aber es ist ja kein Wunder, denn so viel hat sich hier in den vergangenen Wochen getan. Zuerst die intensive Vorbereitungs-phase, dann endlich der Echtzeit-Start von Mobile Dining. Ich freue mich sehr über das viele positive Feedback, obwohl bei aller Euphorie sich natürlich erst mal rumsprechen muss, dass es the Dining Room nun auch noch in anderer Form gibt. Aber das wird wohl schon.
Man muss den Tatsachen ins Auge blicken: hat man einmal begonnen, "professionell" zu kochen, wird man kaum mehr "privat" eingeladen. Schade eigentlich, denn wahrscheinlich weiß selten jemand die entsprechenden Mühen so zu schätzen wie derjenige, der dies von Berufs wegen laufend tut.
VORSPANN. - Als ich vor einem Jahr begann, dieses Blog zu schreiben, war es meine erklärte Absicht, damit einen Blick hinter die Kulissen von "the Dining Room" anzubieten, quasi als eine Art Fortsetzung meines Buches. Diese Überlegung gilt wohl im besonderen für das nun folgende Posting. Es handelt von meiner tiefen Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Platz, einem Haus, einer Familie. Diese Sehnsucht ist allerdings auch ein entscheidender Antrieb für meine Arbeit, meinem Streben, das Lebensgefühl der mediterranen Welt in Küche und Ambiente so authentisch wie möglich zu kommunizieren. Deshalb hat diese persönliche Story hier wohl auch ihre Berechtigung.
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